Warum es immer mehr dicke Menschen gibt

In den USA ist durch mehrere groß angelegte wissenschaftliche Studien nachgewiesen worden, dass die Lebenserwartung erst ab einem BMI von 40 und mehr sinkt. Es wäre also eigentlich sinnig gewesen, das Risiko durch Übergewicht vom BMI 30 auf 40 hochzusetzen. Dem war aber nicht so? Warum? Du wirst es nicht fassen...

Stattdessen wurden an einem Tag Millionen von Menschen zur Risikoklasse Adipositas hinzugezählt.  Sie wurden sozusagen über Nacht dick. Denn die riskante Schwelle für Übergewicht wurde auf ein BMI von 25 zurückgestuft. Warum das? Gegen alle Studien? Linda Bacon ist dem nachgegangen und fand erstaunliches heraus: Die US-amerikanische Regierungskommission war gebeten worden, der WHO (Weltgesundheitsorganisation) nicht in den Rücken zu fallen und diese hatte einige Zeit davor diese Zahlen so angepasst. Und wer war für diese Senkung verantwortlich? Die International Obesity Task Force – eine wissenschaftliche Organisation. Auf den ersten Blick. Wenn man schaut, woher diese ihre Fördermittel erhalten, wird vieles klarer. Wesentliche Gelder kommen aus der Pharmaindustrie, konkret von Hoffmann-La Roche (Hersteller des Gewichtsabnahmemedikaments Xenical) und Abott Laboratories (diese stellen ein ähnliches Medikament namens Meridia her). Noch Fragen?Auch in Deutschland hatten diese Zahlen der WHO Einfluss, erst seitdem die Bemessung für Übergewicht auf ein BMI von 25 gesenkt wurde, hatten wir es hier mit Schlagzeilen wie „Epidemie Übergewicht“ oder „Die Deutschen werden immer dicker“ zu tun. Denn auch in Deutschland wurden Menschen über Nacht als dick eingestuft, die sich selbst wahrscheinlich gar nicht als dick bezeichnen würden.

 

[1] Linda Bacon, Health at every size, S. 153- 154, Dallas 2010

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Stefan Kunz (Sonntag, 22 Oktober 2017 12:47)

    Hallo zusammen. Ich beschäftige mich schon seit längerer Zeit mit den Machenschaften der Industrie. Es ist haarsträubend. Was ich kürzlich erfahren habe ist, dass Süßstoffe, welche in Diätprodukten eingesetzt werden, in der Schweinemast als Masthilfe Einsatz finden. Eine geniale Geschäftsidee Masthilfen in Diätprodukten zu verstecken. Damit bleibt jeder, der den Wunsch hat abzunehmen und sich hoffnungsvoll auf die Diätprodukte verlässt, dauerhaft Kunde. Das wäre mal etwas für den Verbraucherschutz!

  • #2

    Falco (Freitag, 22 Dezember 2017 09:08)

    Hallo, ich sehe das auch mit großem Bedenken, das immer mehr Menschen übergewichtig sind.
    Und leider ist das auch ein Kreislauf, ist man erst einmal darin gefangen ist es sehr schwer sich wieder zu motvieren und da raus zu kommen. Auf meinem Blog habe ich eine Umfrage gstartet um zu sehen warum Menschen sich für das Traininsgerät interessieren was ich dort vorgestellt habe und die meisten Antworten waren ich suche nach einer Möglichkeit zu Hause Sport zu machen und ich bin übergewichtig und muss abnehmen. Das zeigt einfach nur das viele sich auch garnicht mehr trauen raus zu gehen und sich zu zeigen weil sie eventuell Angst haben oder sich schämen! Hier muss ganz klar auch die Politik eingreifen und Gesetze erlassen die unsere Gesundheit fördern und nicht schädigen. VG Falco

  • #3

    Conny (Freitag, 27 Juli 2018 07:14)

    Wunderbar! Dem kann ich nur zustimmen. Da ich SEHENDEN Auges durch die Welt gehe und mich über die Lügen, die durch die Medien verbreitet werden, auch stets ärgere: Nein es gibt KEINE "Dicken-Epidemie"! Eher sehe ich Menschen jeglicher Couleur. Von überdünn, mittel (meine Figur) bis dicker. Gemischt, wie es immer schon war! Und ich habe die interessante Erfahrung gemacht, dass sich die Dünnen den meisten Süßkram und Chips gönnen (sie können sichs ja erlauben...) Darüber hinaus kenne ich viele sportliche Übergewichtige, die mit ihrer Beweglichkeit überraschen. Na ja, dank Germanys Next Topmodel weiß ich ja, dass Größe 38 ein No-Go ist. Dann darf man sich über die ach so explodierenden Zahlen der angeblichen "Dicken" nicht wundern.... *wütend werdend*